„schaut hin“

„schaut hin“ – das ist das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentages. Auf analoge Begegnungen vom 13.-16. Mai in Frankfurt hatte ich mich gefreut. Diesmal ist das ANSCHAUEN reduziert. Ein digitaler Kirchentag, der uns aber nicht zu Zuschauern vor den Bildschirmen reduzieren will.

Das biblische Losungswort aus dem Markusevangelium fordert auf, aktiv zu werden. In der biblischen Geschichte dazu wird von der Speisung der Vielen gesprochen (Markus 6, 38) und davon, wie die Augen geöffnet werden: Jesus sieht den Hunger der Menschen, die ihm lange zugehört haben, die Jünger:innen suchen und sehen die Ressourcen, die da sind und alle gemeinsam sehen, dass es nicht reichen wird. Mit Gottes Hilfe werden dennoch alle satt.

Schaut hin! Jedes Augenöffnen und Schauen bleibt nicht bei sich. Ändert sich die Blickrichtung, dann ändert sich das Handeln. Jeder neue Blick verändert die Welt. Wie nehmen wir die Welt wahr und den Ort, wo wir leben? Wie nehmen wir unsere Mitmenschen wahr? Sehen wir sie? Wie urteilen und handeln wir? Was sehen oder übersehen wir? Welche Perspektive nehmen wir ein und wessen Blick halten wir stand oder weichen wir aus? Wem wollen wir die Augen öffnen? Von wem wollen wir unsere Perspektive verändern lassen?

Zu diesen Fragen werden wir ermutigt – nicht nur auf einem digitalen Kirchentag. Diese Fragen gehören mitten in unser Leben – nach Leipzig und darüber hinaus. Schaut hin, weitet euern Blick! Dazu lädt Jesus ein.

von Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

 

Foto: Schwerdtle