Schmetterlingskinder

André Krause über eine ganz besondere Trauer

Es war eine bewegende Trauerfeier am vergangenen Samstag für Kinder, die nie das Licht der Welt erblickt haben. Der Andachtsraum im Diakonissenkrankenhaus voller Eltern und Angehörigen. Alle haben noch in der Schwangerschaft ihr Kind verloren. Was im Bekanntenkreis oft ein Tabuthema ist, wird hier gemeinsam getragen. Die Trauer und eine spürbare tiefe Verbundenheit berühren mich. Schmetterlingskinder werden die frühverstorbenen Kinder liebevoll genannt. Die Urne enthält die Asche aller Kinder der letzten Monate. Jedes dieser Kleinen hat einen Platz bei Gott. Wir bitten um Frieden und Trost. Erleben, wir sind nicht allein. Beten um Mut für den weiteren Weg.

„Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.“ (Antoine de Saint-Exupèry) Sein Kind begrüßen und sofort wieder verabschieden zu müssen, macht sprachlos, unendlich traurig und oft auch einsam. Verwandte und Freunde fühlen sich hilflos. Gerade jetzt braucht es Menschen, die einfach da sind, zuhören, schweigen und vielleicht praktische Hilfe anbieten. Jede Trauer braucht ihre Zeit.

Ich bin dankbar, dass es in unserer Stadt den Verein Schmetterlingskinder-Leipzig gibt. Seit 2005 bereiten engagierte Frauen und Männer liebevoll würdige Trauerfeiern vor. Die Kinder sind geborgen im Ruhegarten für Schmetterlingskinder auf dem Lindenauer Friedhof und fliegen doch dem Himmel zu.

André Krause, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Leipzig

Kontakt: kolumne@kirche-leipzig.de

 

Foto: Kai G. Fuchs (fundus-medien)