Sei Willkommen!

Wenn ich mir eine Kirche wünschen könnte, dann wäre diese jederzeit offen und einladend. Dann findet das Kirchenkaffee draußen auf dem Kirchhof statt und alle, die Lust haben, setzen sich dazu und teilen, was sie gerade dabei haben: einen Kuchen, ein gutes Wort, ein Glas Wein. Es muss nicht gleich so aufwendig sein, wie ein White-Dinner, aber vielleicht in ähnlich spontaner Art. Kirche ein Ort des wirklichen Miteinanders und nicht nur des Konsumierens von Predigt und geistlicher Musik. Kirche, ein Ort, an dem du mit deinen Lebensthemen gehört wirst.

Der biblische Epheserbrief (2,19) bezeichnet die Christen als „Gottes Hausgenossen“. Modern gesprochen sind wir „Homies“, Nachbarsfreunde von Gott. Das klingt nicht exklusiv, sondern vor allem sehr persönlich. Ein Gott, der dich sieht und dich sein lässt, wie du bist. Ein Gott, der sich zuwendet und eine einfühlsame Zuhörerin ist. Ein Gott, der erlebbar wird im Miteinander von Gemeinde.

Mein Traum wäre es darum auch, dass diese Gemeinschaft auf die Neugierigen oder Fremden zugeht. Ich kenne dazu viele schöne Initiativen in Leipzig und doch trauen sich dann oft nur die hin, die sich auskennen in der Kirche. Die wissen, wann man wo im Gottesdienst aufsteht, oder wann welches Gebet gesprochen wird. Vielleicht bietet der Sommer Gelegenheit, dass diese Grenzen durchlässiger werden. Ein Liedchen im Freien, ein Gemeindepicknick am See, ein schöner Orgelton in einer offenen Urlaubskirche. Sei willkommen!

Yvette Schwarze, Pfarrerin, Supervisorin und Kursleiterin am Institut für Seelsorge und Gemeindepraxis