Shalom – Friede!

Wer sich seiner Wurzeln beraubt, muss sich nicht wundern, wenn er an Standfestigkeit verliert. Der morgige Sonntag erinnert Christen an ihre Wurzeln. Sie lassen sich im Alten Testament finden. Dort können wir von Zusagen Gottes, wie z. B. die Verheißung seines Friedens lesen. Sie haben nichts an Aktualität verloren. Von dieser Perspektive aus betrachtet, sind wir mit Juden verschwistert. Leider gab es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder schreckliche geschichtliche Verwerfungen, infolgedessen das Trennende zwischen beiden Religionen ganz vorne stand und zum Tode vieler Unschuldiger geführt hat.

„Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ (5. Buch Mose, Kapitel 6, Vers 5)

Die Hingabe zu diesem einen Gott fordert heraus. Sein Zuspruch, uns als seine geliebten Kinder auf dem Lebensweg zu begleiten, hat praktische Folgen. Gott beansprucht uns für unseren Nächsten, ganz ohne Ansehen der Person. Denn Gottesliebe und Nächstenliebe sind miteinander verwoben. Sie lassen sich nicht voneinander trennen. Nehmen wir das uns verbindende Zutrauen Gottes ernst! Dabei kann es gelingen, über (religiöse) Grenzen hinweg, sich gemeinsam für Shalom in unserer Stadt zu engagieren. Fest verwurzelt und doch beweglich. So sehe ich Menschen, die es wagen, ihr Vertrauen auf den einen Gott zu setzen.

Es lohnt sich, dies auszuprobieren.

Ein gesegnetes Wochenende wünscht Ihnen
Pfarrer Martin Hundertmark, Thomaskirche zu Leipzig

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