Stein des Anstoßes
Friederike Ursprung über Stolpersteine und Grundsteine
Kieselsteine vom Strand landen vielleicht als Andenken in Ihrem Urlaubsgepäck: In besonders schönen Farben und Mustern, rund oder herzförmig. Stoßen Sie barfuß mit dem Zeh an einen Stein – ist das weniger schön. Und im Schuh kann schon ein kleines Steinchen schmerzhaft pieksen!
Stolpersteine gibt es schon in der Bibel. Da steht zum Beispiel das Versprechen: Gottes Engel sollen dich behüten, dass du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt. Auch der sprichwörtliche „Stein des Anstoßes“ kommt dort vor: Als Bild für einen Boten Gottes, der mit unbequemen Botschaften aneckt und den manche aus dem Weg räumen wollen.
Ein anderes Stein-Bild benutzt ein Mensch in einem alten Gebet. Er ist dankbar, wie Gott ihm einen neuen Anfang ermöglicht: Ein Stein, den die Bauarbeiter aussortiert haben, ist zum entscheidenden Grundstein geworden, auf den sich aufbauen lässt.
Später haben Christen beides in Jesus erkannt. Mit seiner Botschaft wird er vielen lästig. Und er wird nicht nur aussortiert, wie ein schiefer, unnützer Steinbrocken – er wird sogar umgebracht! Doch nach seiner Auferstehung wird er zu Gottes Eckpfeiler für etwas ganz Großes, Neues, auch wenn sich viele daran stoßen.
Manchmal steckt also mehr drin, als auf Anhieb zu sehen ist: In Steinen, die lange rumlagen, bevor Sie was Besonderes darin entdecken – und in manchen Menschen erst recht!
Friederike Ursprung ist evangelische Kirchenredakteurin bei Radio PSR
Foto: Friederike Ursprung




