Tief durchatmen!

„Sie hat ein tolles Angebot bekommen. In China soll sie arbeiten.“ So erzählt mir die agile Frau um die sechzig Jahre von ihrer Tochter, die aufgebrochen ist in eine unbekannte Welt. „Heute Vormittag ging ihr Flugzeug. Es war schwer, als am Flughafen die Glastür hinter ihr zuging. Wenn nur nichts passiert. Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den Anruf, dass sie da heil angekommen ist.“

In unserer vernetzten Welt sind wir immer erreichbar. Wenn wir an einen lieben Menschen denken, wissen wir Sekunden später, wie es ihm geht. Höchst selten kommt es vor, dass wir uns gedulden müssen, bevor uns eine gute Nachricht erreicht. Die Anspannung wird dennoch jeder kennen. Auch die erlösende Befreiung, wenn die Sorgen und Ängste verfliegen. Dann verflüchtigen sich dunkle Fantasien. Eine Last fällt ab, das Lachen klingt nicht mehr zu laut, der Blick geht in den Himmel und die Brust weitet sich. Tief durchatmen!

Wie bei dem Bibelvers: „Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“ (2. Brief an Timotheus 1,10). Er ist wie eine gute Nachricht, die uns endlich erreicht hat. Der Autor des Briefes beschreibt, was ihn leicht gemacht hat, ihm neue Kraft schenkt, seinen Blick dankbar in den Himmel zieht. Ich muss mir keine Sorgen machen, ganz gleich was geschieht. Nichts und niemand kann mir nehmen, was Christus durch seine Auferstehung für mich getan hat.

Pfarrer Lüder Laskowski, Pfarrstelle für „Kirchliche Arbeit in neuen Stadtquartieren“

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