„Türen auf!“

Türen sind manchmal ein großes Hindernis! Aus Brandschutzgründen öffnen sie meist nach außen. Aber ein Mensch im Rollstuhl ist sich so selber im Wege. Er müsste mit der einen Hand den Schlüssel drehen, mit der zweiten Hand die Tür aufziehen und mit der nicht vorhandenen dritten Hand auch noch rückwärtsfahren. Wie soll das gehen?
Eine scheinbar einfache Tür kann Menschen trennen, ausschließen oder einschließen. Sie verhindert, dass sich Menschen begegnen.

Im Buch der Offenbarung steht: „Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann.“ Hier ist die Tür zu Jesus Christus gemeint. Es ist eine besondere Tür. Denn von Gott her hat diese Tür kein Schloss! Sie ist immer offen und wird nicht verriegelt.
Wenn es einen Preis für den besten barrierefreien Zugang gäbe, dann hätte Gott ihn schon gewonnen. Nur wir Menschen tun uns damit immer etwas schwer.

Im Buch der Offenbarung heißt es weiter: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“
Das ist eine deutliche Einladung, irgendwie schon eine Aufforderung. Öffnet die Türen, damit Menschen das Evangelium hören, damit sie Jesus Christus kennenlernen, damit sie erleben, wie gut es ist, in einer Gemeinde und Gemeinschaft zu leben.

Wie ist das bei uns? Wie ist unsere innere Haltung dazu? Wie offen sind wir anderen Menschen gegenüber und vor allem gegenüber Menschen, die eine Behinderung haben?

In Tansania bleiben Kinder mit Behinderung oftmals nur im Haus. Die Eltern schämen sich. So können die Kinder nicht mit anderen Kindern im Dorf spielen, nicht in die Schule gehen. Sie erfahren nicht die individuelle Förderung, die ihnen hilft, in ein eigenständiges Leben hineinzuwachsen.

Da ist wichtig zu hören, dass Jesus gerade auf Menschen mit Behinderung zugegangen ist.
Er will zu allen kommen, ohne Unterschied.

Unsere Adventsaktion „Türen auf!“ will auf die Einladung Gottes zur Gemeinschaft mit ihm aufmerksam machen, damit wir Türen öffnen, in unseren Herzen,  in unserem Denken, in unserem Miteinander hier und mit unseren Schwestern und Brüdern in Tansania.

Oberkirchenrat Christoph Stolte
Vorstandsvorsitzender Diakonie Mitteldeutschland

Foto: www.adventsaktion2018.de