…unter die Haut

Haben Sie eigentlich ein Tattoo, ja, nein, vielleicht? Ich kenne eine Frau, die hat sich im Reformationsjahr 2017 das Wort GNADE tätowieren lassen. Sie sagt, das sei ihr Lebenswort.  So wie es wohl auch Martin Luthers Lieblingslebenswort gewesen ist.  Mit Gnade wollte er die Kirche revolutionieren. Gnade, Gnade Gottes und nicht perfekte Leistung – ideell oder finanziell – kann dich „retten“. Das feiern wir am Reformationstag, also am 31.10. Ist Gnade das, was die Welt gerade braucht? Ja! Wir verlangen von Politiker*innen, Wissenschaftler*innen, von Pfarrer*innen und vielen anderen, dass alle jetzt bitte das Richtige sagen und tun. Und dabei führt uns dieses kleine Virus doch an eine Grenze, an die Grenze der einfachen Antworten. Unterstellen wir daher den Anderen Gutwilligkeit und lassen uns von Gottes Gnade inspirieren im Umgang mit Meinungen, Ideen, Verordnungen. Und dazu – werden wir miteinander kreativ. Was kann ich beitragen, damit das Leben mit dem Virus für alle erträglich ist? Wir in der Jugendkirche PAX veranstalten an diesem Wochenende eine spannende Lesung. Rainer Fuchs, Diakon und reichlich mit religiösen Motiven tätowiert, stellt sein Buch vor: „Gott geht unter die Haut“. Der Abend wird auch gestreamt, für Leute in Quarantäne zum Beispiel. Herzliche Einladung dazu. Und falls die Technik wider Erwarten versagt – seien Sie einfach gnädig! Tut allen gut.

31.10., Lesung: Rainer Fuchs, Gott geht unter die Haut, 18 Uhr, PAX Jugendkirche, Kirchplatz; Stream unter:  live.pax-leipzig.de

Grit Markert, Stadtjugendpfarrerin