Verzicht als Lebenshilfe

„In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang…“ (vgl. Mk 1,12). Das ist einer der wichtigsten Bibelsätze für die Fastenzeit. Klar, „40 Tage fasten“, „40 Tage ohne“ – hat alles seinen Grund im Verhalten dieses Jesus aus Nazareth. Noch heute versuchen nicht nur Christen in unserer Stadt und anderswo die Fastenzeit für sich umzusetzen.

Manche leben dabei tagelang nur von Wasser – Heilfasten nennt sich das. Andere wollen ganz bewusst verzichten: auf Luxus oder lieb gewordenen Gewohnheiten. Kurz gesagt, man will sich ändern, vielleicht sogar ein besserer Mensch werden. Ich will also durch Verzicht mein Leben verbessern, was letztlich auch das Ziel des Fastens ist.

Ja, und dann das mit der Wüste. Ich weiß nicht, wer schon mal in der Wüste war? Das ist nicht der romantische Ort mit weißem Sand und stahlblauem Himmel. Nein, Wüste ist steinig, oft im Erscheinungsbild eher grau. Und, man kommt sich hilflos vor in der Wüste. Das scheinen mir die wichtigsten Stichworte für die Fastenzeit zu sein: Verzicht und Hilflosigkeit.

Verzichte auf Hilfsmittel – das wäre auch ein Slogan für das Fasten. Und dann geht es in dem eingangs erwähnten Text weiter: „… und die Engel dienten ihm.“ (vgl. Mk 1,13). Vielleicht gelingt es Ihnen, die Sie das hier lesen, auf manches Hilfsmittel in dieser Zeit zu verzichten. Und Sie werden merken, wie hilfreich das ist.

Pfarrer Thomas Bohne, Gemeinschaft des Oratoriums zu Leipzig

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