Vor Lichtmess

Nun heißt es auch für die Allerletzten „Adieu, Weihnachten!“.

Ich schaffe meine Tanne vom Balkon auf den Sammelplatz. Und ich will mich noch einmal zurückbesinnen. Wie unterschiedlich war Weihnachten, für die einen so sehr fröhlich, für die anderen traurig, ich denke an die, die krank waren.

Traurig oder fröhlich, aber für die meisten war es eben ein ganz anderes Weihnachten.

Manche erzählen, die Hektik, die oft alles überlagerte, war diesmal weniger. Manche erzählen von der großen Vorfreude, sich endlich wiederzusehen, endlich nach vielen Wochen – im kleinen Kreis.

Da gab es diese (neuen) Videokonferenzen, und wenn es klappte, war es so schlecht nicht, kürzer als sonst, und jeder bekam seine Redezeit.

Mit den Posaunen spielten wir weihnachtliche Weisen im Krankenhaus wie jedes Jahr, doch diesmal nicht auf den Stationen, sondern fernab draußen im Freien. Und erreichten dabei ganz andere Menschen als sonst, Gardinen schoben sich beiseite, Menschen grüßten, winkten dankbar, voll Freude, weihnachtlich…

Wir haben mal wieder zuhause gesungen, erzählt jemand. „O du fröhliche…“ und so. Haben nach Jahren wieder mal gespielt.

Zu Lichtmess werden von alters her die Kerzen aus der Kirche nach Hause getragen, in den Alltag. Und die Tage werden lichter.

Nach einem „Anders-Weihnachten“: Was hat dieses Andere für Sie ausgemacht?

Wir könnten es erinnern, festhalten und sogar behalten. Bleiben wir gesund! Für das nächste Mal.

Pfarrer Sebastian Rebner, Seelsorger im Klinikum St. Georg

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