Wann ist ein Geschenk ein Geschenk?
Von Friederike Ursprung
„Wir schenken Ihnen zehn Euro!“ So habe ich mal ein Werbeplakat im Kaufhaus jubeln sehen. Na ja, genau gesagt stand im Kleingedruckten: Wenn ich jetzt für mindestens 50 Euro einkaufe, dann – nein, dann wird es nicht etwa zehn Euro billiger, sondern dann kann ich beim nächsten Einkauf in ein paar Wochen einen Zehn-Euro-Gutschein einlösen.
Netter Rabatt, okay – aber bitteschön: ein Geschenk ist das nicht! Geschenk heißt: Ohne bezahlen zu müssen und ohne Gegenleistung. Und noch etwas gehört für mich dazu, dass ein Geschenk wirklich ein Geschenk ist: Es macht irgendwas schöner für den oder die, die es bekommt – oder besser.
Sind warme Socken ein schönes, passendes Geschenk? Wenn jemand friert, dann ja! Dazu müssen sie nicht originell sein. Ist ein Haushaltsgerät ein Geschenk? Klar, kann es sein: wenn es den Alltag leichter macht.
Nicht „Was kostet das?“ ist die wichtigste Frage beim Schenken, auch nicht: „Was gehört sich?“ oder gar „Was kommt besonders cool rüber?“ Sondern: „Was freut dich, was hilft dir?“
Christen erinnern zu Weihnachten an dieses Überraschungs-Geschenk: Für euch ist Gottes Sohn geboren, um bei euch Menschen zu sein und für euch da zu sein. Gerade auch für euch, denen es schlecht geht, oder die ihr immer wieder Fehler macht! Dieses Kind zeigt euch, wie es besser gehen kann – ohne Preisetikett oder kleingedruckte Bedingungen.
Friederike Ursprung, evangelische Kirchenredakteurin bei Radio PSR
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