Warum mir Weihnachten gefällt?

Dieser Frage ist vor einigen Jahren Iris Berben nachgegangen – Ihre Worte haben mich seitdem immer wieder begleitet. Iris Berben beginnt mit der Aussage: Seit über 2000 Jahren hält Weihnachten aus. Und durch.

Auch in diesem Jahr wieder: Gestresste Menschen, die heute Vormittag noch die letzten Geschenke suchen. Familien, die sich friedvolle Tage im Kreise aller wünschen, obwohl die Meinungen gerade sehr weit auseinander liegen. Kinder und Jugendliche, die nach den besonderen Belastungen, jetzt nur chillen oder mal richtig mit den Freund*innen Party machen wollen.

Weihnachten erträgt die vielen ungewünschten Geschenke und unterschiedlichen Geschmäcker.

Weihnachten hält die verschiedenen Traditionen aus: Kirche ja oder nein, Lametta am Baum oder nicht, Räucherstäbchen, Duftkerzen oder Gerüche aus der Küche.

Alle Jahre wieder oder was ist es dieses Jahr? Streit am Weihnachtsbaum, Einsamkeit, Frust, nicht erfüllte Wünsche, die gleichen Filme im Fernsehen.

Aber an Weihnachten kommt (fast) keiner vorbei, auch in diesem Jahr nicht.

Weihnachten ist unerschütterlich – ist das nicht wunderbar?

Ich kann mir das Jahr ohne Weihnachten gar nicht vorstellen.

Weihnachten ist das Brennglas für den Alltag – alle folgen dem Stern.

Weihnachten zeigt mir, dass ich nicht perfekt sein muss – wie damals im Stall in Bethlehem.

Weihnachten kommt geplant oder überraschend – weil Gott nicht aufzuhalten ist.

Deshalb gefällt mir Weihnachten, denn auf irgendwas will ich mich verlassen können!

 

von Angela Langner-Stephan,

Pfarrerin der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Leipzig-Lindenau-Plagwitz mit Schwesterkirchgemeinden Schleußig, Großzschocher, Knauthain und Kleinzschocher

 

Foto: Lotz