Was ich einmal von einer Tomatenpflanze lernte

In meinem Supermarkt gibt es eine Ecke, in der Blumensträuße und Sämereien verkauft werden. Neuerdings werden da jetzt auch Tomatenpflanzen angeboten, die schon Früchte tragen. Vergangene Woche stand noch eine einzelne Tomatenpflanze da. Sie sah etwas verkümmert und traurig aus und hatte ihre meisten Blätter verloren. Und die, die gerade noch so an der Pflanze hingen, wurden schon gelb. Einige kleine grüne Tomätchen hingen dran, sahen aber so aus, als wenn sie es nicht über dieses Stadium hinausschaffen würden.

Aber auch eine große, ausgereifte Frucht hing dran. Eine einzelne. Knallrot und saftig. Ich dachte so bei mir: die arme Pflanze kauft bestimmt keiner mehr. Und doch strahlt sie so viel Energie aus. Nur aufgrund dieser einen großen Frucht, die nichts zu erschüttern scheint.
Diese Pflanze hat mir in diesem Moment wirklich etwas Nachhaltiges beigebracht: Egal, wie unsere äußeren Umstände sein mögen. Wir können immer noch aufblühen und reifen. Denn die Kraft dazu, die ist in uns.

Im Paulusbrief steht: „Wir werden zu Boden geworfen, aber wir stehen wieder auf und machen weiter.“
Ja, so manches Mal bekommen wir echt viel Widerstand. Privat, im Job oder wenn die Gesundheit nicht so will wie wir. Die Schlüsselfrage ist: Wie gehen wir damit um? Mit Rückschlägen? Oder wenn etwas nicht so funktioniert, wie wir es uns vorstellen? Es geht also nicht darum, ob uns Dinge passieren – denn das werden sie so oder so – sondern eher: wie händle ich die gewonnene Erfahrung, die ich sowohl aus guten als auch aus schlechten Erfahrungen ziehe?

Maxi Konang
evangelische Kirchenredakteurin bei HITRADIO RTL / Radio Leipzig

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