Weg ist er. Aber er war es wieder!

Tatzeit:       die Nacht auf den 6. Dezember.

Spuren:      Geschenke auf dem Fensterbrett.

Täter:          Alles deutet auf St. Nikolaus hin.

Zeugen:      Kein Mensch. (Lediglich die Eltern lächeln so vielsagend.)

Der Brauch, zum 6. Dezember Geschenke aufs Fensterbrett oder in einen Schuh zu legen, geht auf die Legende vom Heiligen Nikolaus zurück. Um einer Familie aus der Not zu helfen, warf der ihnen Geld durchs Fenster. Anonym. Ohne Dank zu erwarten. Wahrscheinlich war es ihm genug, dass im Himmel darüber gelächelt wird. Und Menschen praktische Hilfe erfahren, ohne einem „Täter“ zu Dank verpflichtet zu sein

Wie gut, dass es solche Leute gibt. Möglicherweise gehören auch Sie zum Täterkreis, der

… Geschenke in den Stiefel füllt – einfach nur so, um Kindern oder Nachbarn eine Freude zu bereiten.

… das Straßenmagazin „Kippe“ kauft – damit zu Obdachlosen oder Bedürftigen steht.

… eine Spende überweist – für die es ja Anlass und noch immer Möglichkeiten gibt.

Heilig nennt man den Nikolaus, weil es ihm offensichtlich genügte, dass Menschen Hilfe erfahren. Und im Himmel vielsagend darüber gelächelt wird.

von Wolfgang Menz, Sozialpädagoge, der sonntags in die Kirche geht

 

Foto: Kirchenbezirk Leipzig