„Weihnachten geht nur zusammen.“

Schon lange vor Weihnachten fiel er mir ins Auge. In großen Buchstaben auf lila Untergrund: „Weihnachten geht nur zusammen.“ Seitdem geht mir der Spruch nicht aus dem Kopf.
Klasse, werden die Werbemacher sagen: diese Werbung ist gelungen.

Aber in meinem Fall weniger. Ich bin nicht in den Kaufrausch verfallen. Und doch möchte ich laut in das Einkaufsgetümmel rufen: Ja, nur zusammen geht dieses Fest.

Maria und Josef kamen zusammen. Was wären die Hirten ohne die Engel gewesen? Da kamen in einem Stall Leute zusammen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Vielleicht haben sich auch drei Könige zusammen auf den Weg gemacht. Mit Gemeinschaft ging es jedenfalls los. Ohne diese bunte Mischung im Stall von Bethlehem hätte sich die Geschichte nicht rumgesprochen.

Ohne ein Zusammensein keine Kirche, kein Gottesdienst.

Weihnachten also von Beginn an ein Zusammenspiel verschiedenster Akteure.

Auch der Austausch von Geschenken kommt mindestens in jedem Krippenspiel vor. Alles richtig gemacht, werden die Werbetexter sich jetzt sagen. Kommt her und kauft.

Aber genau hier ist – jedenfalls für mich – vielleicht auch für dich – der Unterschied: Komm her und genieß die Gemeinschaft. Genieß die besondere Gemeinschaft mit Gott. Komm her und lass dich beschenken, mit Liebe, mit Gnade, mit Gottes Wort. Beschenk deinen Nächsten und auch mal den Fernen mit deiner Gemeinschaft. Und dann erfüllt sich der Plan der Heiligen Nacht: Weihnachten geht nur zusammen – mit Jesus Christus.

Yvette Schwarze, Pfarrerin, Supervisorin (DGfP) und Kursleiterin (KSA i.A.) am Institut für Seelsorge und Gemeindepraxis

Foto: Lehmann