Weihnachtliche Ausrufezeichen – solche und solche

Alle Jahre wieder ist die Weihnachtszeit auch Zeit der Ausrufezeichen:

Sparen Sie Kalorien beim Weihnachtsmenü!

Erst essen, dann Bescherung!

Jetzt komm doch mal weg von deinem Videospiel!

Wie kann man nur Heiligabend Vormittag noch einkaufen – sowas plant man doch vorher!

Als wären diese Wochen nicht gerade anstrengend genug: Jahresend-Stress im Job, Festvorbereitung, Weihnachtsfeiern hier und da, dran denken, dass es die Oma aber immer schon so gemacht hat – und dass sich der Bruder bloß nicht übergangen fühlt!

Traditionen im Advent und zum Weihnachtsfest sind wunderbar. Wenn sie einen Rahmen für Weihnachtsfreude schaffen – und nicht als Checkliste kommen, die jetzt auch noch abgehakt werden muss.

Zu Weihnachten freuen sich Christen, dass ein Kind geboren ist. Ein Kind, das in einem Notquartier in einer Futterkrippe liegt. Geboren in eine Welt, in der vieles nicht in Ordnung ist – und festlich schon gar nicht.

Bestimmt hätten sich die Eltern das anders gewünscht. Aber Hauptsache, das Kind ist da!

Und die Engel auf dem Feld sagen natürlich nicht:

Räumt hier doch mal auf!

oder: Zieht endlich mal was Ordentliches an!

oder: Passt auf, dass die Gans richtig gerät!

Die sagen: Ehre sei Gott! Friede auf Erden! Und als erstes, mit großem Ausrufezeichen: Fürchtet euch nicht! Freut euch!

von Friederike Ursprung, Kirchenredakteurin Radio PSR

 

Foto: Birgit Arndt (fundus-media)